Knie- & Knorpelreha

Nachbehandlung von Schädigungen des Gelenkknorpels:
Knorpelgewebe ist weder durchblutet noch nerval versorgt und wird deshalb durch Diffusion ernährt. Dies geschieht anhand von Belastung und Entlastung des Knorpels. Aufgrund dieser physiologischen Gegebenheiten ist die Heilung des hyalinen Gelenkknorpels äußerst langwierig.
Deswegen müssen bei den knorpelstimulierenden Operationen (Mikrofrakturierung und Autologe Chondrozytentransplantation), als auch bei der osteochondralen Transplantation in der postoperativen Nachbehandlung optimale Voraussetzungen für die Wundheilung des Gelenkknorpels geschaffen werden. Insbesondere die in jeder Phase der Wundheilung richtig dosierte Form der Belastung trägt zur Stimulation der Knorpelzellen bereits kurz nach der Operation bei und ist somit ein entscheidender Faktor im Rahmen der Rehabilitation.
Je nach Lokalisation der Knorpelschädigung muss das Gelenk erst für einige Wochen entlastet werden (Schädigungen des Femorotibialgelenks) oder wird in der Beweglichkeit mittels Schiene eingeschränkt (Schädigung des Femoropatellargelenks).
Um die Syntheseaktivität und damit die Stimulation der Knorpelzellen zu steigern, muss der Gelenkknorpel bereits in der ersten Phase der Rehabilitation bewegt werden. Dies erfolgt anhand einer Motorschiene, die je nach Lokalisation der Knorpelläsion das betroffene Gelenk im entsprechenden Bewegungsausmaß passiv bewegt.
Außerdem ist es wichtig bereits in den ersten postoperativen Tagen mit physiotherapeutischen Maßnahmen zu beginnen. Entscheidend dabei ist der möglichst rasche Abbau der Schwellung durch Lymphdrainage und die Mobilisation des betroffenen Gelenks im Rahmen der erlaubten Beweglichkeit. Auch die umgebenden Gelenke sollten möglichst funktionell bewegt werden.
Im weiteren Verlauf muss die Belastung schrittweise gesteigert werden, um die Belastbarkeit des „frischen“ Gelenkknorpels zu steigern und die Zellstimulation weiter zu forcieren.
Hier kommen spezielle Übungen, teilweise unter Entlastung des Körpergewichtes, zum Einsatz.
Entscheidend für ein langfristig erfolgreiches Ergebnis wird zudem die aktive muskuläre Kontrolle des betroffenen Gelenkes sein. Die meist aufgrund der Schädigung funktionell eingeschränkte und stark atrophierte Muskulatur muss schonend wiederhergestellt werden. Hierbei ist die besondere Kenntnis über das Ausmaß und den Ort der Schädigung von besonderer Bedeutung. So kann in vielen Fällen bereits sehr früh mit speziellen Übungen zur Steigerung der muskulären Leistungsfähigkeit begonnen werden. Diese werden in den Gelenkwinkelstellungen durchgeführt, in denen der Gelenkknorpel noch intakt ist. Dadurch kann das muskuläre Defizit reduziert werden, der „frische“ Gelenkknorpel wird hierbei jedoch nicht zusätzlich belastet.   

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